goodbye obersendling nach einem halben jahr selbststaendigkeit habe ich mein buero in muenchen-obersendling gekuendigt - einfach weil ich woanders besser arbeiten kann. dem abschied von meinem 19qm-arbeitsdomizil als untermieter des e-commerce-startups conexco moechte ich nun einen kurzen, leicht wehmuetigen rueckblick widmen. urspruenglich hatte ich ja mit obersendling ueberhaupt nichts am hut. wer wie ich aus dem muenchner westen stammt, kommt nun einmal nicht besonders oft in den sueden. dennoch, wenn ich wo bin, will ich die gegend auch kennenlernen. und so habe ich in den letzten monaten festgestellt, dass obersendling durchaus seinen - wenn auch eher herben - charme hat. da ist zum einen die ehemalige siemens-town: grossartige 50er-jahre-ensembles, das anfang der 60er jahre errichtete, inzwischen verwaiste siemens-hochhaus und die spaeter dazugekommenen erweiterungsbauten, in einem von denen sich auch mein buero befand. daneben gibt es das historisch gewachsene obersendling mit seinen gruenderzeithaeusern und vorkriegssiedlungen. erstaunlich viele restaurants und kneipen finden sich in dem viertel: der preisguenstige-aber-exzellente grieche santorini, das dillinger mit schoener bar-atmosphaere, die serbische hausmannkost in der gaststaette freiland, der gute thai-imbiss kaisergarten und das ueberraschend geschmackvolle cafe 111. aus kulturellen gesichtspunkten interessant sind zudem die postmodernen ergaenzungen zum erscheinungsbild des stadtteils, wie die beton-ueberbauung der aidenbachstraße, die u-bahn-station obersendling und das u.a. vom kuenstler flatz umgebaute fabrikareal kistlerhof. und dann ist im muenchner sueden schliesslich vieles ueberraschend nahgelegen. in ein paar spazier-minuten ist man am asamschloessl, am tierpark oder auch einfach nur so an der isar. alles in allem stellt sich also die frage, warum ich mich nach der harten kennenlernphase schon wieder aus diesem gar nicht so abwegigen stadtteil verabschiede. die antwort ist einfach ein lernprozess, den ich bisher mit meiner selbststaendigen arbeit als 'journalist, e-commerce-experte und buchautor' (vorsicht: veraenderte reihenfolge!) gemacht habe: allein im buero gerate ich zu oft in geistigen leerlauf und finde nicht die noetigen impulse fuer meine arbeit. besser gelingt mir das zurzeit unter leuten und an wechselnden orten - in der bibliothek, im cafe oder auch mal mit dem notebook im park. im winter koennte das natuerlich wieder anders aussehen. aber dann kann ich mir ja wieder etwas anderes einfallen lassen.